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Atisha

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Mittwoch, 12. August 2015, 08:38

Amnesty International will Prostitution legalisieren evtl. Trigger

Diese Grundsatzentscheidung wäre, dann bindent für alle
Mitgliedsstaaten. Ich weiß jetzt nicht wirklich viel was das bedeutet.
400 Mitglieder aus 70 Ländern haben an der Abstimmung teilgenommen.

Prostitution
zu legalisieren, bedeutet auch Bordelle und Zuhälter zu legalisieren.
Das führen die Gegenstimmen an. Auch sagen sie, dass das Beispiel
Deutschland zeigt, dass der Frauenhandel enorm zugenommen hat.
Befürworter dagegen sagen, das es gut ist für die Frauen, diese
Dienstleistung aus der Illegalität herauszunehmen, sie würden weniger
Gewalt ausgeliefert sein.

Was haltet ihr davon? Ich sage euch mal
was aus meiner Einschätzung, die Frau ist immer noch unterdrückt und
geringeschätzt in vielen Ländern der Welt, wenn nicht generell. Und die
Prostitution ist eine Erscheinung davon, die Frau als käufliches Objekt.

Und
ich weiß das Frauen voll gering geschätz werden in Indien, ja in Asien
allgemein,und das dort immer noch die weiblichen Föten getötet werden.
Aber selbst hier Deutschland herrscht nicht gerade eine positive
Frauenansicht.

Ich liebe Frauen, ich wollte zwei Mädchen haben
als Kinder, die habe ich mir echt gewünscht und mir ist von Gott mein
Wunsch erfüllt wurden, ich bin darüber immer sehr glücklich gewesen und
immer noch. Und wisst ihr was, dann sagte einer von meinen Freunden,
abschätzend, du bist ein Büchsenmacher. Ich darauf ist das was
Schlechtes, wir Männer wollen doch Frauen haben, ich war voll getroffen,
diese Einstellung hier mitten in Deutschland von einem Freund, der auch
noch Christ ist.

Und das Büchsenmacher, war voll abwertend und
schlecht gemeint. So in der Art, was bist du denn für ein Mann der
keinen Sohn hinbekommt. Also da kommen zwei Sachen zusammen, Abwertung
der Frau plus der Konkurrenz der Männer. Ich finde das alles voll
primetiv. Keiner fragt mich nach meinen Wünschen und Gefühlen dazu. Und
das stösst mir voll auf. Ich mache Mädchen, das volle Glück eigentlich
für Männer, wenn sie mal ne Frau haben können und dafür werde ich als
Mann auch noch abgewertet. Was ist denn das für ein Land hier, in dem
solche Ansichten vorherrschen?

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Mittwoch, 12. August 2015, 14:06

Ich finde es gut. Durch die Entkriminalisierung wird vielen Frauen das Leben erleichtert werden.

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Mittwoch, 12. August 2015, 14:42

Ich sehe das wie Krümelchen. Sexarbeiterinnen (damit meine ich die, die das freiwillig machen, ja, die gibt es, ich kenne eine) werden durch die Kriminalisierung immer wieder driskriminiert, auch das ist Teil der Unterdrückung von Frauen.
Frauenhandel, Zwangsprostitution etc. ist für mich nicht Sexarbeit, sondern auf einer Stufe mit Vergewaltigung (auch die hat viele Formen). Das sind zwei ganz unterschiedliche Paar Stiefel und sollten deshalb aus meiner Sicht auch juristisch anders behandelt werden.
Klassischerweise höre ich zu meiner Position die Frage, wie ich denn einschätzen will, ob jemand freiwillig Sexarbeit macht. Dazu fällt mir folgendes ein: Ich finde, das muss (und darf) nicht ich entscheiden, wer bin ich denn, das von außen zu bestimmen? Ein Zitat von einer Sexarbeiterin, mit der ich mich unterhalten habe: "Ich hätte auch ... (anderer Job) machen können, aber darauf hatte ich doch keinen Bock, da geh ich lieber anschaffen." Wenn das ihre Entscheidung ist, was habe ich dann da rumzunörgeln? Es ist ihr Leben, sie schreibt mir ja auch nicht vor, was ich tue und lasse.
Zur Emanzipation gehört auch, dass eine Frau über ihren Körper bestimmt. Nur weil Sexarbeit für mich die Hölle wäre, muss das nicht für alle gelten. Einer Person die Definition darüber wegzunehmen, ob sie ein "Opfer" ist oder nicht, also über sich selbst und ihre Erfahrungen/Realität, finde ich alles andere als emanzipatorisch.
Die Position, dass Frauenhandel und Zwangsprostitution nicht Sexarbeit, sondern faktisch Vergewaltigung sind, habe ich von einer Sexarbeiterinnen-Initiative. Die haben zu dem Thema oft sehr interessante Positionen, eigentlich logisch, weil es ihre eigene Lebensrealität betrifft. Ich glaube, die haben von Prostitution wesentlich mehr Ahnung als ich oder selbsternannte außenstehende Experten.
So viel zu meinem Senf.
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... und statt Haaren wachsen mir wunderbare Flausen aus dem Kopf...
*girl7*

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Krümelchen (12. August 2015, 16:05), pianoforte (12. August 2015, 15:22), Lena1993 (12. August 2015, 15:14), Paradoxon (12. August 2015, 14:48)

Atisha

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Mittwoch, 12. August 2015, 17:35

Das sind zwei Paar Schuhe das stimmt. Nur in der Praxis wird das wohl nicht so klar getrennt. Sobald, da Geld im Spiel ist, sind die skrupellosen Geschäftsleute am Werk. Da müsste ja schon der Freier unterscheiden tuts sies jetzt freiwillig oder wird sie gezwungen. Was ist wenn sies halbfreiwillig macht aus wirtschaftlicher Not, weil sie keinen anderen Job findet?

Aber du hast Recht, mit der Legalisierung müsste eine Verbesserung der Arbeitssituation einhergehen, wie Krankenversicherung ... und Schutz der Sexarbeiterin bei gleichzeitiger Herausklamüserung und Bestrafung der Zwangsprostitutionen und Menschenverschleppungen ...

Man muss ja auch mal das Verhältnis im Auge behalten, ich schätze jetzt einfach mal ein, dass es 20% sind dies derzeitig freiwillig machen und 80% die werden
wohl dazu gezwungen, besonders hier in Deutschland.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Atisha« (12. August 2015, 17:45)


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Mittwoch, 12. August 2015, 18:09

Mann muss sich das auch mal genau auf der Zunge zergehen lassen. Es ist ja auch kein Geschäft im eigentlichen Sinne, es wird ja nix produziert sondern es wird ein Köper eines Menschen regelrecht benutzt.

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Mittwoch, 12. August 2015, 22:03

Soweit wie man es verstehen konnte - die Sache zielt eher darauf ab, den Kriminalitätsbegriff weg von den Prostituierten zu bekommen, hin zu den Hintermännern.

Rein logisch betrachtet, ist es eine Methode, die eher gegen den illegalen Sektor dieses Gewerbes bestehen kann.
Das "Wegfangen" der Prostituierten hat nie etwas gebracht, denn sie sind letztendlich die kleinste Einheit einer Kette. Morgen steht wieder eine neue da.
So kommt man nicht an die Hinterleute heran.
Nebenbei bemerkt, dieses Gewerbe hat keine Religion und keine Ideologie ausgelöscht bekommen. Egal wie sehr sie es auf ihre Fahnen geschrieben haben.
Einverstanden, vielleicht kam es nie dazu, weil man stets begriffen hat wie viel Geld man damit machen kann und es war niemand jemals ernsthaft daran interessiert.
Allerdings, spätestens seit dem Menschen ein allgemeines Tauschmittel (Zahlungsmittel) für Waren und Dienstleistungen kennen, dürfte es dieses Gewerbe gegeben haben.
Weil es mit einem der primitivsten Triebe, den Menschen an sich haben, spielt. Bevor sie diesen vergessen oder ihm nicht mehr nachgehen, vergessen sie eher wie man spricht, wie man Werkzeuge benutzt oder was die sozialen Manieren in einer Gemeinschaft sind.

pkb

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Donnerstag, 13. August 2015, 18:43

Ich sehe (fast) alles so wie meine "Vor"-Schreiber.

Prostitution ist ein Geschäft, wahrscheinlich würde man es nach der vollständigen Legalisierung den Diesntleistungen zurechnen (oder es wird - informell - schon so gehandhabt?).

Eine Legalisierung erhöht zwangsläufig den Status einer Prostituierten und gibt damit Zwangs-Prostituierten mehr Aussichten, sich aus ihrer Lage zu befreien.

Im Milieu sind die Zuhälter keine Zuhälter, sondern "Beschützer". Die deutschen Gesetze sind ohnehin schon relativ liberal, ihre Auslegung ebenfalls. Wird aber die Prostitution jedem anderen Beruf gleichgestellt, braucht eine Prostituierte keinen "Beschützer" mehr. Dann kann sie voll auf eigene Rechnung arbeiten, ohne ihre Einnahmen bei ihrem "Beschützer" abgeben zu müssen, ohne bei ihm ständig Schulden zu haben und damit von ihm abhängig zu sein.
Sie kann dann absolut frei entscheiden, was sie machen will. Und darum geht es: diese freie Entscheidung zu ermöglichen - und sie zu akzeptieren.

Zwei Aspekte bitte ich noch zu berücksichtigen:
Erstens: So lange die Prostitution verboten ist, braucht man nur per Razzia die Prostituierten von der Straße zu holen und - hurra! - die Stadt/der Ort/die Straße ist sauber und "Wir? Nein, wir haben bei uns keine Prostitution!" - zumindest ein paar Tage lang. Für die Geschäftemacher (ab "Beschützer" aufwärts) ist das ein Verdienstausfall für einige Tage, den sie verschmerzen können. Was aber nicht heißt, dass das auch für die Prostituierten gilt. Die müssen den Verdienstausfall reinarbeiten, dafür sorgen die ungeschoren gebliebenen "Beschützer".
Zweitens: Eine Legalisierung bedeutet (wenn sie richtig betrieben wird) die vollen Arbeitnehmerrechte und damit: Rechtssicherheit!

Euer pkb

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »pkb« (13. August 2015, 18:44)


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Lena1993 (14. August 2015, 13:27), Mottenseiltanz (13. August 2015, 19:52)

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Frauen, Gleichberechtigung