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Montag, 5. November 2012, 16:20

Kleine Mut-Mach-Geschichten

Als ich mich selbst zu lieben begann...

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden,
dass ich immer und bei jeder Gelegenheit zur richtigen Zeit am
richtigen Ort bin du dass alles, was geschah, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich, das nennt sich „VERTRAUEN“.

Als ich mich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen,
dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen
für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich, dass nennt man „AUTENTISCH SEIN“.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört mich nach
einem anderen Leben zu sehnen und konnte sehen,
dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, dass nennt man „REIFE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört mich
meiner freien Zeit zu berauben und ich habe aufgehört weiter
grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen
bringt, auf meine eigene Art und Weise und meinem Tempo.
Heute weiß ich, dass nennt man „EHRLICHKEIT“.

Als ich mich selbst zu lieben begann, gesund für mich war, von Speisen,
Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, das mich immer
wieder hinunter zog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden EGOISMUS“,
aber heute weiß ich, das ist „SELBSTLIEBE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört,
immer Recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man „DEMUT“.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert,
weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesemAugenblick wo ALLES stattfindest,
so lebe ich jeden Tag und nenne es „BEWUSSTHEIT“.

Als ich mich selbst zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte
anforderte, bekam mein Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute „HERZENSWEISHEIT“.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne
knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: „DAS IST LEBEN“!

Charlie Chaplin
Signatur von »Finja«

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und gestalte deine Zukunft mit dem Herzen (Anette Grosch) *girl131*

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Montag, 12. November 2012, 18:21

Sprung in der Schüssel

Eine kleine Mutmachgeschichte für Menschen wie uns mit all unseren liebenswerten "Macken"

Beim stöbern in meinen Büchern habe ich eine Geschichte gefunden, die mir
einmal meine Therapeutin mit auf den Weg gegeben hat.

Der Sprung in der Schüssel

Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei große Schüsseln hatte,
die von den Enden einer Stange hingen, die sie über ihren Schultern trug.

Eine der Schüsseln hatte einen Sprung,
während die andere makellos war und stets eine volle Portion Wasser fasste.

Am Ende der langen Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau
war die andere Schüssel jedoch immer nur noch halb voll.

Zwei Jahre lang geschah dies täglich:
die alte Frau brachte immer nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause.

Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung,
aber die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich wegen ihres Makels
und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war.

Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen,
sprach die Schüssel zu der alten Frau:

"Ich schäme mich so wegen meines Sprungs,
aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läuft."

Die alte Frau lächelte.
"Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen,

aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht?
Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät,
weil ich mir deines Fehlers bewusst war.
Nun gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen.
Zwei Jahre lange konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken.
Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist,

würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren."

Jeder von uns hat seine ganz eigenen Macken und Fehler,
aber es sind die Macken und Sprünge, die unser Leben so interessant und lohnenswert machen.
Man sollte jede Person einfach so nehmen, wie sie ist und das Gute in ihr sehen.
(Autor unbekannt)

Also, an alle mit einem Sprung in der Schüssel, habt einen wundervollen Abend und vergesst nicht,
den Duft der Blumen auf eurer Seite des Pfades zu genießen.

Liebe Grüße Finja
Signatur von »Finja«

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rianon

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Montag, 19. November 2012, 19:12

Vom Festhalten und vom Loslassen

Es war einmal eine Frau, die stand am Ufer eines Flusses.
Sie hatte gehört, auf der anderen Seite sei das Leben einfacher,
bunter,schöner und aufregender.

Neuland, hieß die Welt da drüben, und wer davon sprach, dem blitzten
die Abenteuer aus den Augen.

Die Frau war nicht zum ersten mal hier, immer wieder einmal hatte sie
die Sehnsucht an dieses Ufer gelockt.

Da stand sie dann mit hängenden Armen, war zerrissen von ihrer Mutlosigkeit
und den Träumen vom anderen Leben.

Ängste und Zweifel, hatten an ihr genagt und ein Chor von Ja Aber Stimmen
hatten, das ICH MÖCHTE übertönt.

Nun stand sie also wieder hier, nur diesmal war es anders.
Sie hatte einen riesigen Rucksack gepackt, mit Dingen von denen
sie sich beim besten Willen, nicht trennen konnte.
Er war so groß und schwer, daß sie vom Zerren und Tragen
schon einen großen Teil, ihrer Kraft verbraucht hatte.

Aber diesmal wollte sie nicht mehr umkehren!

Das Neuland, da drüben war ihr Ziel, nur sah sie aber keine
Brücken, kein Schiff und an Schwimmen war gar nicht zu denken.

Sie erschrak, als plötzlich ganz leise das kleine Boot des Fährmanns
durch das Schilf glitt.

Der war ein alter seltsamer Kauz, der nur manchmal, wenn er Lust hatte
Reisende mitnahm.

Er starrte auf das sperrige Gepäck dann auf die Frau.
Hast du vor, dich mit deinem gesamten Hausstand hier anzusiedeln?
frage er murrig.

Nein, nein , ich möchte auf die andere Seite des Flusses, sagte die Frau mutig.
Ich wäre dir dankbar, wenn du mich hinüber bringen könntest.

Das kann ich machen, sagte der Fährmann, aber Neuland betritt man nur
mit leichten Gepäck. Da wirst du dich wohl noch von Einigem verabschieden
müssen.

Aber das ist doch eh nur noch das Wichtigste ... ich kann mich doch nicht
von all dem Vertrauten trennen.

Der Alte machte eine Handbewegung, wer neu anfangen will, kann nicht
am Alten festhalten.

Die Requisiten der Vergangenheit sind Ballast, der Neues be-und verhindert.

Erst wenn du bereit bist loszulassen, bist du frei neue Wege zu gehen.

Mit deinem alten Gepäck, kannst du bis ans Ende der Welt laufen, du wirst
dich immer mit Altvertrauten einrichten, und dich keinen Schritt hinaus
bewegen.

Nein meine Liebe du wirst dich entscheiden müssen.
wenn du NEULAND erobern willst.

In der Frau kam Panik auf, sollte sie nun wieder umkehren. Wie immer aufgeben?

Ja, ja die vertraute Hölle, murmelte der Alte, als könne er ihre Gedanken lesen.
Es ist alles ganz schrecklich... aber so beruhigend vertraut....

Er hat so verdammt Recht dachte die Frau.. und langsam öffente sie ihren Rucksack.

Was quoll da alles heraus.... Soviele Ängst und Zwiefel, ausgeleierte Gewohnheiten.
Zaudern und Zögern... vergilbte Träume, Ausgedachtes und Verworfenes

Bräuchige Ideale, Verschnürte Pläne, ein Sack Bequemlichkeit.Sperrige Zwänge und
bittere Entsagen und so viele verpasste Möglichkeiten.

Die Frau saß inmitten , ihrer zweifelhaften Schätze und ließ endlich, ihren ungeweinten
Tränen freien Lauf.

Sie bedauterte, ihr ungelebtes Leben, dem sie bisher so wenig Chancen eingeräumt hatte.

Wie Zinnsoldaten hatte sie Regeln und Normen um sich gescharrt und hatte hohe Mauern
um sich gezogen.

Ihr eigenes Gefängnis nahm jetzt als Erkenttnis Formen an.

Der Rucksack war fast leer.

Noch tränenblind holte sie zwei unscheinbare, leicht angestaubte Päckchen hervor.

Es waren die Neugier und die Zuversicht.

Nun wusste sie, das die beiden, ihren Wegbegleiter auf ihrer Reise werden.

Schnell packte sie ihre Schätze wieder ein, und schnürte den Rucksack zu.

Geräuschvoll zog sie die Nase hoch, und fragte mit klarer Stimme

Gehen wir?

Leise lächend löste der Fährmann das Boot vom Ufer.

Ich hoffe die Geschichte gefällt Euch Ich finde sie ist eine schöne Mutmachgeschichte.

lb. gr. rianon
Signatur von »rianon« Das Schönste und wichtigste läßt sich nicht mit Worten sagen.
Es ist auf einmal da, ein Blick, ein Lächeln ein Schweigen.
Ein nichts das alles sagt. *girl268*

MrsMonk

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Dienstag, 20. November 2012, 19:59

Das Märchen von der traurigen Traurigkeit

Es war eine kleine Frau,die einen staubigen Weg entlang kam.

Sie war wohl schon recht alt,doch ihr Gang war leicht,und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.

Bei einer zusammengekauerten Gestalt blieb sie
stehen und sah hinunter.
Sie konnte nicht viel erkennen.
Das Wesen,das da im
Staub des Weges saß,schien fast körperlos.Es erinnerte an eine graue
Flanellecke mit menschlichen Konturen.

Die kleine Frau bückte sich ein wenig
und fragte:" Wer Bist du?"
Zwei fast leblose Augen blickten müde auf." Ich?
Ich bin die Traurigkeit",flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass
sie kaum zu hören war.
"Ach, die Traurigkeit!"rief die kleine Frau erfreut
aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.
"Du kennst mich?"fragte die
Traurigkeit mißtrauisch.
"Natürlich kenne ich dich!Immer wieder einmal hast
Du mich ein Stück des Weges begleitet."

"Ja, aber .",argwöhnte die Traurigkeit, warum flüchtest du dann nicht vor
mir?Hast du keine Angst?"

"Warum sollte ich vor dir davon laufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst
nur zu gut,das du jeden Flüchtling einholst.
Aber, was ich dich fragen will:
"Warum siehst du so mutlos aus?"
"Ich.....ich bin traurig,"antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.
Die kleine alt Frau setzte sich zu ihr.


"Traurig bist du also",sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf.
"Erzähl mir doch,was dich so bedrückt."Die Traurigkeit seufzte tief.
Sollte
ihr diesmal wirklich jemand ernsthaft zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich
das schon gewünscht.
"Ach,weißt du,"begann sie zögernd und äußerst
verwundert,"es ist so,dass mich einfach niemand mag.
Es ist nun mal meine
Bestimmung unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen
zu verweilen.

Aber wenn ich zu ihnen komme,schrecken sie zurück.Sie fürchten sich vor mir
und meiden mich wie die Pest."
Die Traurigkeit schluckte schwer.
" Sie haben
Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen.Sie sagen:Papalapp,das
Leben ist heiter.Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und
Atemnot.
Sie sagen:Gelobt,sei was hart macht.Und dann bekommen sie
Herzschmerzen Sie sagen:Man muß sich nur zusammenreißen.
Und sie spüren das
Reißen in den Schultern und im Rücken.Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen.

Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihren Kopf.Oder aber sie betäuben
sich mit Alkohol und Drogen, damit Sie mich nicht fühlen müssen."

"Oh Ja",bestätigte die alte Frau,"solche Menschen sind mir schon oft
begegnet."


Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen.
"Und dabei will
ich den Menschen doch helfen.Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie
sich selbst begegnen.Ich helfe ihnen,ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu
pflegen.Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut.
Manches Leid bricht
wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde,und das tut sehr weh.
Aber nur,
wer die Trauer zuläßt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine
Wunden wirklich heilen.
Doch die Menschen wollen gar nicht,dass ich ihnen
dabei helfe.
Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lächeln über ihre
Narben.
Oder sie legen sich ein dicken Panzer aus Bitterkeit zu."
Die
Traurigkeit schwieg.

Ihr weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz
verzweifelt.
Die kleine alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend
in ihre Arme.
Wie weich und sanft sie sich anfühlte, dachte sie und
streichelte zärtlich das zitternde Bündel.
"Weine nur,Traurigkeit",flüsterte
sie liebevoll,"ruh dich aus,damit du wieder Kraft sammeln kannst
.Du sollst
von nun an nicht mehr alleine wandern.Ich werde dich begleiten,damit die
Mutlosigkeit nicht noch mehr Macht gewinnt."

Die Traurigkeit hörte auf zu
weinen.Sie richtete sich auf und beobachtete erstaun ihre neue
Gefährtin:"Aber....aber-wer bist du?"

"Ich?sagte die kleine alte Frau schmunzelnd,und dann lächelte sie wieder so
unbekümmert wie ein kleines Mädchen.



"Ich bin die Hoffnung."


Diese Geschichte fand ich eben auf meinem Rechner, ich hatte sie schon lange vergessen ....
Signatur von »MrsMonk« Ich kann jetzt auch nur vermuten, was ich damit meine .... *jun61*

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Mittwoch, 21. November 2012, 00:01

Der Strassenfeger (Geschichte)

Hallo!
wusste echt nicht wohin damit..aber denke hier bin ich am richtigen Ort.. ^^

Der Strassenfeger Geschichte

Arbeiten Sie wie Beppo der Straßenfeger

Manchmal hat man eine sehr lange Strasse vor sich.
Man denkt, die ist so schrecklich lang;
das kann man niemals schaffen, denkt man.
Und dann fängt man an, sich zu eilen.

Und man eilt sich immer mehr.
Jedes Mal, wenn man aufblickt,
sieht man, dass es gar nicht weniger wird,
was noch vor einem liegt.

Und man strengt sich noch mehr an,
man kriegt es mit der Angst,
und zum Schluss ist man ganz ausser Puste
und kann nicht mehr.

Und die Strasse liegt immer noch vor einem.

So darf man es nicht machen.
Man darf nie an die ganze Strasse auf einmal denken, verstehst du?

Man muss nur an den nächsten Schritt denken,
an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich.
Und immer wieder nur an den nächsten.

Dann macht es Freude; das ist wichtig,
dann macht man seine Sache gut.
Und so soll es sein.

(Aus dem Buch „Momo“ von Michael Ende)

mfg Liv

Finja

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Samstag, 1. Dezember 2012, 00:05

Die Geschichte von der Kirchenmaus und der Bienenwachskerze





Es war einmal eine arme Kirchenmaus, die lebte in einer großen,
schönen, aber kalten Kirche.
Leider gab es hier nur wenig zum Fressen.
Deshalb fiel es der kleinen Maus gleich auf, als eines Tages in der Adventszeit
ein süßer Honigduft durch die Kirche zog.

„Hm“, schnupperte das Mäuschen.
„Woher kommt dieser herrliche Duft?“
Und es folgte seiner Nase.
Nicht lange, da stand die Kirchenmaus vor einer großen Bienenwachskerze,
die zwischen Tannenzweigen aufgestellt war.

„Oh, riechst du gut!“ erwiderte die Bienenwachskerze.
Die Kirchenmaus wunderte sich kurz, dass die Kerze sprechen konnte,
dann aber sagte sie: „Das würde ich gerne einmal sehen.
Ich bin immer nur in der Kirche, wenn keine Lichter mehr brennen.“


So beschloss die Bienenwachskerze, dass sie einmal für die Kirchenmaus ganz
allein leuchten wollte. Tatsächlich!
Eines Abends nach einem Gottesdienst behielt die Kerze heimlich
einen Funken Glut in ihrem Docht, als sie nicht recht ausgeblasen wurde.
Als niemand mehr nach ihr sah, fing sie, angefacht durch einen Luftzug,
wieder an zu brennen an.

Als die arme Kirchenmaus sie so in der großen, dunklen Kirche sah,
konnte sie zunächst keinen Ton herausbringen.
Noch nie hatte das Mäuschen die große Kirche so gesehen.
Die kleine Kerzenflamme verwandelte die Dunkelheit der Kirche in ein wunderbares
Spiel aus weichem Licht und Schatten.

„Oh, ist das schön!“ piepste das Mäuschen und lief zur Bienenwachskerze hin.
In deren Nähe war es ganz hell. Und die arme
Kirchenmaus fühlte sich dort bei der Kerze so wohlig warm,
wie sonst im Sommer auf einem warmen Stein.

„Danke! So schön war es noch nie hier in meiner Kirche.“
Da lächelte die Bienenwachskerze.
Und fast hatte es den Anschein, als würde sie beim Lächeln kleiner.

Lange, lange Zeit saß die Maus bei der Kerze.
Warm war es dort, hell und schön. Die arme Kirchenmaus genoss diese Nacht.
Ihr war es, als würde sie im Licht und der Wärme der Bienenwachskerze baden.
Doch plötzlich erschrak das Mäuschen. „Du bist ja ganz klein geworden!“ piepste es die Kerze an.

„Merkst du das erst jetzt?“ erwiderte die Kerze mit leiser Stimme.
„Komm, ich will dir ein Geheimnis verraten!“ flüsterte sie.
Und das Mäuschen spitzte die seine Ohren.
Die Bienenwachskerze begann zu reden:

„Mäuschen, das tue ich für dich, weil ich dich lieb habe. – Verstehst du das?“
Die Kirchenmaus schüttelte den Kopf.

„Nun, was wir zusammen erlebt haben, Mäuschen, das ging nur,
weil ich mich nicht gefürchtet habe, kleiner zu werden.
Hätte ich eine große, schöne, duftende Bienenwachskerze bleiben wollen,
hätte ich nie das Glück in deinen dunklen Mäuseaugen sehen können.
Nie hätte ich deine Freude miterlebt, wenn ich den Funken nicht im Docht hätte glimmen lassen und für dich gebrannt hätte.
Ohne mein Leuchten wäre die Kirche jetzt dunkel und kalt und nicht warm und erhellt.“

„Das verstehe ich“, sagte die Kirchenmaus.
„Weil du brennst und kleiner wirst, ist es schön für mich und bin ich froh.
Du verschenkst dich mit Licht und Wärme an mich.“

„Das hast du schön gesagt“, erwiderte die kleine Bienenwachskerze. „Ja,
ich verschenke mich an dich, damit du glücklich bist.“
Mit großen Augen schaute das Mäuschen die immer kleiner werdende Bienenwachskerze an.

„Das tue ich für dich, weil ich dich lieb habe.“

Die Bienenwachskerze nickte und strahlte noch einmal besonders hell.
Ihr Lichtschein fiel auf das Gesicht des gekreuzigten Jesus, der aus Holz geschnitzt am Altarkreuz hing.
Fast war es der Kirchenmaus so, als habe er gelächelt.

Auch später ging es der kleinen Maus oft so,
dass sie in stillen Augenblicken diesen Jesus anschaute,
wenn ihr die Bienenwachskerze in den Sinn kam und ihr der Satz einfiel:

„Das tue ich für dich, weil ich dich lieb habe.“



Signatur von »Finja«

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Donnerstag, 6. Dezember 2012, 03:12

Bildergeschichte von den Erdmännchen

Hoffe, das, was ich da geschrieben habe, gefällt euch. Bin extra noch mal in den Zoo gegangen.
Und: es kommt bei mir auf den Sinn der Geschichte an (deshalb geht es nur indirekt um Verständnis). Also:
ich habe es unterteilt in 8 Bilder, und man kann ja nur 5 Bilder in einem machen, deshalb 2 verschiedene Dateien:





Bild 1:
Es war einmal ein kleines Erdmännchen, das in seinem Leben schon einiges an negativen Dingen kennen gelernt hatte, so daß es manchmal ganz geknickt aussah. Es hatte irgendwann beschlossen, ein Einzelkämpfer zu sein.



Bild 2:

Die anderen aus seiner Gemeinschaft wunderten sich und rief es immer wieder zu sich. „Komm zu uns, wir tun dir nichts. Im Gegenteil...“ Aber das Erdmännchen zeigte ihnen die Zähne, ließ vorerst niemanden an sich ran.



Bild 3:
Ansonsten verkroch es sich immer so schnell es ging in seinem Bau, um sich zu verstecken – und zu schützen.



Bild4:
Die anderen Erdmännchen konnten das verstehen, auch wenn sie noch so gerne gehabt hätten, daß das Erdmännchen zu ihnen käme. Eigentlich warteten sie nur darauf. Ein Erdmännchen traute sich sogar mal zu ihm.
»vicky2713« hat folgende Dateien angehängt:
  • Bild01.JPG (85,26 kB - 7 mal heruntergeladen - zuletzt: 9. Dezember 2012, 11:02)
  • Bild02.jpg (117,98 kB - 6 mal heruntergeladen - zuletzt: 9. Dezember 2012, 11:01)
  • Bild03.jpg (164,75 kB - 7 mal heruntergeladen - zuletzt: 9. Dezember 2012, 11:01)
  • Bild04.jpg (116,98 kB - 8 mal heruntergeladen - zuletzt: 28. Dezember 2012, 15:44)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Finja« (29. Dezember 2012, 00:48)


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Donnerstag, 6. Dezember 2012, 03:17

Fortsetzung

Bild 5:
Aber es ging immer wieder in seinen Bau zurück, weil es die Nähe nicht haben konnte. Nur, immer wenn es aus seinem Bau gekrochen kam und die anderen sah, merkte es, daß ihm irgend etwas fehlte. Die Gemeinschaft, der Halt …



Bild 6:
jemand, zu dem es aufschauen konnte …



Bild 7:
und es verstand: nur in der Gemeinschaft sind wir stark; hier kann ich mich sicher und aufgehoben fühlen.



Bild 8:
An dieser Stelle möchte ich mich bei euch bedanken dafür, daß es euch gibt und ich mich bei euch ebenfalls aufgehoben fühlen kann und ihr Verständnis habt, wenn ich mal traurig bin und so. Ich bin sehr froh, einige von euch näher kennen gelernt zu haben und auch die, die ich noch nicht so kenne, eure Kommentare sind mir wichtig.
»vicky2713« hat folgende Dateien angehängt:
  • Bild05.JPG (81,99 kB - 5 mal heruntergeladen - zuletzt: 28. Dezember 2012, 15:43)
  • Bild06.jpg (89,57 kB - 7 mal heruntergeladen - zuletzt: 28. Dezember 2012, 15:43)
  • Bild07.jpg (172,76 kB - 9 mal heruntergeladen - zuletzt: 28. Dezember 2012, 15:43)
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Rogald

Seelentänzer

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Aktuelle Stimmung: gut

Status: Betroffene/r

derzeitige Therapieform: ambulante Therapie

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Donnerstag, 13. Dezember 2012, 20:01

eine kleine Geschichte zum nachdenken

Eines Tages kam eine Schülerin zum Meister. Sie hatte schon so viel von dem weisen Mann gehört, dass sie unbedingt bei ihm studieren wollte.
Sie hatte alle Angelegenheiten geregelt, ihr Bündel geschnürt und war den Berg hinauf gekommen, was sie zwei Tage Fußmarsch gekostet hatte.
Als die junge Frau beim Meister ankam, saß der im Lotussitz auf dem Boden und trank Tee. Sie begrüßte ihn überschwänglich und erzählte ihm,
was sie schon alles gelernt hatte. Dann bat sie ihn, bei ihm weiterlernen zu dürfen.

Der Meister lächelte freundlich und sagte: "Komm in einem Monat wieder."

Von dieser Antwort verwirrt, ging die junge Frau zurück ins Tal. Sie diskutierte mit Freunden und Bekannten darüber, warum der Meister sie wohl
zurückgeschickt hatte. Einen Monat später, erklomm sie den Berg erneut und kam zum Meister, der wieder Tee trinkend am Boden saß.

Diesmal erzählte die Schülerin von all den Hypothesen und Vermutungen, die sie und ihre Freunde darüber hatten, warum er sie wohl fortgeschickt hatte.
Und wieder bat sie ihn, bei ihm lernen zu dürfen.

Der Meister lächelte sie freundlich an und sagte: "Komm in einem Monat wieder."

Dieses Spiel wiederholte sich einige Male. Es war also nach vielen vergeblichen Versuchen, dass sich die junge Frau erneut aufmachte, um zu dem Meister zu gehen.
Als sie diesmal beim Meister ankam und ihn wieder Tee trinkend vorfand, setzte sie sich ihm gegenüber, lächelte und sagte nichts.

Nach einer Weile ging der Meister in seine Behausung und kam mit einer Tasse zurück. Er schenkte ihr Tee ein und sagte dabei: "Jetzt kannst du hier bleiben,
damit ich dich lehren kann. In ein volles Gefäß kann ich nichts füllen."



Liebe Grüsse Rogald
Signatur von »Rogald« versuche nie zu sein wie jemand anderes, denn andere gibt es schon genug!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Finja« (29. Dezember 2012, 00:59)


rianon

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Freitag, 21. Dezember 2012, 09:49

Wir stricken unser Leben.

Manche wählen ein kompliziertes Muster,
andere ein schlichtes.
Es ist ein buntes Maschenwerk
oder ein Stück in tristen Farben.

Nicht immer, können wir
die Farbe selber wählen.
Und auch die Qualität der Wolle wechselt
mal weiß und wolkenflauschig,
mal kratzig und hart.

Die einen stricken liebevoll und sorgsam,
andere mühevoll und ungern.
Und so manchmal schmeißt einer
das Strickzeug in die Ecke.

Und öfters läßt man eine Masche fallen,
oder sie fällt, ohne dein Zutun.

Du hast die Nadeln in deiner Hand !

Du kannst das Muster wechseln
die Technik oder das Werkzeug.

Nur aufribbeln
kannst du nicht
eine klitzekleines Stück.

Autor Christiane Allert/Wybranietz


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Romaniac84

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Freitag, 21. Dezember 2012, 11:34

Fantasiereise "Wegkreuzung

Seit unendlichen Zeiten zieht die Erde ihre Bahn um die Sonne, empfängt Wärme und Licht. Und der Mond umkreist die Erde , spendet seine silbernen Strahlen, hebt und senkt die Meere

Hoch oben in den Bergen wuchs ein Kind auf. Spielte sich in klarer Luft und auf sattgrünen Wiesen zur jungen Frau. Packte eines Tages ihr kleines Bündel, sagte zu Vater und Mutter, dass sie gehen wolle, um das Meer zu sehen. Denn während ihrer ganzen Jugend hatte sie sich nichts sehnlicher gewünscht, als einmal in ihrem Leben ihren Körper in das schäumende Meerwasser zu legen und auf den Lippen den salzig frischen Atem des Meeres spüren zu können.

Die junge Frau ging den vertrauten Weg hinab ins Tal. Aber sie hielt nicht in jenem kleinen Dorf, in dem sie immer ihre Milch verkauft hatte. Sie hielt auch nicht bei der kleinen Sennerhütte, in welche sie als Kind immer einige Süßigkeiten und schaumig gerührte Buttermilch bekommen hatte. Sie ging weiter. Weiter als sie je an der Hand ihres Vaters gegangen war. Sie ging, weil sie ein Ziel hatte. Sie wollte im Meer baden und den salzig Frischen Atem dieser endlosen Weite auf den Lippen spüren. Und so begleitete sie die Bergbäche, die aufgeregt über die Steine sprangen, suchte sich ihren Weg vorbei an wiederkäuenden Kühen hinab ins Tal. Viele Menschen traf sie auf ihrem langen Weg. Oft wurde sie eingeladen, doch ein wenig auszuruhen und manchmal wurde ihr auch abgeraten, weiter zu gehen. Der Weg zum Meer sei weit und beschwerlich, wurde ihr gesagt. Aber sie ließ sich nicht beirren. Sie nahm die Gastlichkeit dankbar an und ging weiter ihren Weg, der sie zum Meer führen sollte.

Eines Tages, sie war schon sehr müde, kam sie an eine große Wegkreuzung. Der Weg, dem sie bisher gefolft war, gabelte sich vor einem großen Gebirge in vier Pfade, von denen zwei links und zwei rechts um die Berge vorbeizuführen schienen. Die junge Frau wusste nicht weiter und setzte sich mitten auf die Kreuzung, um zu rasten, Brot zu essen und Wein zu trinken. So saß sie lange Zeit auf der Erde und konnte sich für keinen der vier Pfade entscheiden. Ein jeder schien ihr ungewiss.

Eines Tages kamen Fremde an die Kreuzung und fragten die junge Frau, was sie denn hier mache.

"Ich bin unterwegs ans Meer" gab sie die Auskunft, "aber mein Weg endet hier. Nun weiß ich nicht, welche Richtung ich wählen soll."

"Dann komm doch mit uns", sagten die Fremden,"wir sind unterwegs in eine Stadt, die nur einige Stunden von hier entfernt ist".

Aber die junge Frau wollte ans Meer, im warmen Sand sitzen, sich von der wilden Kraft der Wellen umschäumen lassen und den salzig frischen Atem des Meeres auf den Lippen spüren.

Sie bedankte sich bei den Fremden für das Angebot und blieb weiter auf ihrer Wegkreuzung sitzen. Wieder saß sie lange Zeit allein und konnte sich für keinen der Wege entscheiden.

Viele Tage später kam ein einsamer Wanderer und setzte sich zu ihr. Lange Zeit saß er bei ihr, und erzählte ihr, was er alles erlebt hatte auf seiner Wanderschaft, wo er schon überall gewesen war und was er schon alles erfahren hatte. Er aß mit der jungen Frau Brot und trank mit ihr Wein. Oft saßen sie noch zusammen, um die Sonne hinter den hohen Bergen versinken zu sehen. Und irgendwann fragte er sie, ob sie nicht mit ihm kommen wolle. Er sei unterwegs zu einem Wald ganz in der Nähe, um dort zu jagen. Aber die Frau auf der Wegkreuzung sagte auch ihm, dass sie nicht in einen Wald, sondern ans Meer wolle.

Die Wochen vergingen, und mit ihnen wechselten die Jahreszeiten. Die Frau saß auf dem Platz zwischen den Wegen und sah den Wolken nach, die sich übers Gebirge jagten und bunte Blüten der Phantasie an den Himmel malten.

Eines Tages wurde sie von Fremden geweckt, die unterwegs zu Bauern waren. Sie fragten, ob sie nicht mitkommen wolle, bei der Ernte zu helfen. Und weil die Frau schon lange dort untätig gesessen hatte, entschied sie sich, dieses Mal mit den Fremden zu gehen. Sie kamen in ein kleines Dorf und den ganzen Herbst half sie, die Ernte einzufahren. Es gefiel ihr gut bei den Bauern. Nur eine Sehnsucht blieb in ihr und wuchs und wuchs, während der Winter die Landschaft in stille weiße Träume verpackte.

Sie wollte ans Meer. Und so packte sie an einem klaren Frühlingsmorgen ihr Bündel und sagte den freundlichen Bauern, dass sie wieder gehen wolle, denn sie sei unterwegs ans Meer.

Danach ging sie ihren Weg wieder zurück, bis sie an die große Wegkreuzung kam. Ratlos setzte sie sich hin. Wenn sie nur wüsste, welchen dieser Wege sie wählen solle, um endlich ans Ziel ihrer Sehnsucht zu kommen. Sehr lange saß sie an der Wegkreuzung, bis nach Wochen eine Frau kam, die unterwegs war in ein kleines Dorf. Sie wolle dort ihre Waren verkaufen, erzählte sie, und fragte die Frau, ob sie nicht Lust habe, sie zu begleiten. Und weil diese wusste, dass sie allein zu keinem Schluss kommen würde, ging sie mit der Frau in das Dorf. Es gefiel ihr gut dort. Sie half Hemden und Hosen nähen und später auf dem Markt verkaufen. Aber immer blieb in ihr die Sehnsucht nach dem Meer. Eines Tages hielt sie es nicht mehr aus. Wieder packte sie ihre Habseligkeiten zusammen, verabschiedete sich von der Frau und wanderte zurück zu der großen Kreuzung. Hier war ihr inzwischen alles schon so vertraut. Sie suchte sich ihren alten Platz und machte es sich gemütlich. Dort saß sie dann, fast unbeweglich eine lange, lange Zeit. Ihr Haar war inzwischen dünn und grau geworden. Ihr Rücken beugte sich immer mehr unter der Last der immer wiederkehrenden Jahreszeiten. Noch immer wusste sie nicht weiter, konnte sich einfach nicht entscheiden, welchen dieser Wege sie denn nun wählen solle. Manchmal glaubte sie, in stillen, schlaflosen, mondhellen Nächten, ein leises, fernes Rauschen zu hören, als ob das Meer sie rufen würde. Und wenn der Nachtwind mit lauem Hauch von den Bergen strich, vermeinte sie sogar auf ihren Lippen einen zarten salzigen Geschmack verspüren zu können.

Es war eine solche Nacht, als sie sich entschloss, einfach die Berge hinauf zu steigen. Die Wanderung war sehr beschwerlich. Durch beängstigend vewirrende Felsengärten, dichtes Unterholz und über steil abfallende Grate führte ihr Weg nach oben. Höher und höher stieg sie bei ihrer einsamen Wanderung. Nachts war es längst nicht mehr so warm wie an der großen Wegkreuzung. Sie fror und kauerte sich oft hilflos an den nackten, kahlen Fels. Manchmal glaubte sie, ihre Kraft würde nicht mehr ausreichen. Immer schwieriger schien es, sich die steilen Hänge empor zu quälen, um wieder feststellen zu müssen, dass hinter dem eben erklommenen Gipfel der nächste auf sie wartete. Und dann endlich - sie hatte fast nicht mehr daran geglaubt - stand sie ganz oben. Der Wind packte ihr langes, graues Haar, zerwühlte es mit klammen Fingern zerrte an ihrer Kleidung. Sie öffnete den Mund, um diese Gewalt in sich hinein zu saugen. Erschöpft und keuchend atmete sie gegen den Wind. Und endlich öffnete sie ihre Augen und blickte sich um. Der Ausblick überwältigte sie. Tief unten erblickte sie, ganz klein jetzt, die Wegkreuzung, auf der sie so lange gesessen hatte. Sie sah die vier Pfade, die sich dort unten verzweigten. Der eine führte in eine große Stadt, direkt auf den Marktplatz und darüber hinaus. Der andere schlängelte sich durch einen dichten Wald nahe an ein Häuschen. Aber auch er endete dort nicht. Der dritte war ihr bekannt:

Er wand sich durch das Tal zu den Bauern, denen sie bei der Ernte geholfen hatte, kletterte über einige kleine Hügel und führte dann in eine große fruchtbare Ebene. Und der vierte traf auf jenes kleine Dorf, in welchen sie geholfen hatte, Hemden und Hosen zu nähen. Doch auch dieser zog durch das Dorf hindurch und weiter.

Die alte Frau stand auf dem Gipfel des Berges und zitterte. Die vier Wege trennten sich vor dem Gebirge, umringten es und näherten sich einander in einer weiten Ebene, vereinigten sich und setzten ihre Reise fort bis zum Meer, in dem sich weit entfernt der Horizont zu spiegeln schien. Die alte Frau saß hoch oben auf den Felsen, die vor ihr steil abbrachen und dort hinten jenseits der Ebene, verlor sich ihr suchender Blick in der Unendlichkeit des Meeres. Je länger sie schaute, umso deutlicher glaubte sie, das schäumende Wasser zu sehen. Aber sie konnte nichts hören so weit weg stand sie, hoch oben auf dem Gipfel und wusste, sie hatte nicht mehr die Kraft zurückzugehen an jene große Wegkreuzung, wo sie so lange gesessen hatte. Zurück, um irgendeinen Weg zu wählen, der sie ans Meer bringen würde. Sie hatte keinen dieser Wege gewählt, war keinen dieser Wege zu Ende gegangen. Erst hier, hoch oben auf den Felsen erkannte sie, dass jeder dieser Wege ans Meer geführt hätte. Und plötzlich wusste sie: Niemals in ihrem Leben würde der salzig frische Atem der grenzenlosen Weite ihre Lippen benetzen. Und niemals in ihrem Leben würde sie das wild schäumende Wasser des Meeres auf ihrem Körper spüren.

vgl. Plamper, Wolfgang; "Die Weggkreuzung"; entnommen aus: wp-bilderwelten.de; Stand 1.12.2011
Vgl. Roland Kübler u.a., a.a.O., S. 31ff

Kristiane Allert Wybranietz; Lucy Körer; Heinz Körner; Roland Kübler; Claude Steiner; Jürgen Stiller; Bruno Streibel/Die Farben der
Wirklichkeit; Stuttgart: lucy körner verlag 1983




Ich wünsche uns allen, dass wir Wege weiter gehen, den ein jeder führt uns an unser individuelles Ziel.



lg, Romaniac







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Samstag, 29. Dezember 2012, 01:15

Die kleine Palme

Ein finsterer Mann, der nur Böses dachte, sah am Rande einer Oase eine junge Palme in bestem Wachstum.
Und da er sich nicht ertragen konnte, etwas Gutes und Schönes zu sehen,
legte er dem jungen Baum einen schweren Stein in der Krone. Böse lachend ging er weg.
Die junge Palme versuchte die Last abzuschütteln, aber es ging nicht. So blieb ihr nichts anderes übrig,
als ihre Wurzeln tiefer in die Erde zu schieben, um sich gegen die Last zu wehren.
Schließlich erreichte sie mit ihren Wurzeln das Grundwasser und trotz des Steins in
ihrer Krone wuchs sie zur stattlichsten palme der ganzen Oase heran.
Nach Jahren kam der finstere Mann wieder vorbei, um das Ergebnis seiner bösen Taten zu bewundern.
Aber er suchte vergebens nach einem verkrüppelten Baum.
Da beugte sich die größte Palme zu ihm herunter und sagte: „Ich muss dir danken, deine Last hat mich stark gemacht.
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Samstag, 29. Dezember 2012, 01:27

Der verzagte Baumwollfaden

Es war einmal ein kleiner weißer Baumwollfaden, der hatte ganz viel Angst, dass er so wie er war zu nichts nutze sei.
Ganz verzweifelt dachte er immer wieder: „Ich bin nicht gut genug, ich tauge zu nichts.
Für einen Pullover bin ich viel zu kurz. Selbst für einen winzigen kleinen Puppenpullover tauge ich nichts!
Für ein Schiffstau bin ich viel zu schwach. Nicht mal ein Hüpfseil kann ich aus mir machen lassen!
Mich an andere kräftige, dicke, lange Fäden anzuknüpfen kann ich nicht, die lachen doch sowieso über mich.
Für eine Stickerei eigne ich mich auch nicht, dazu bin ich zu blass und zu farblos.
Ja, wenn ich aus Goldgarn wäre, dann könnte ich schon? Niemand braucht mich.
Keiner beachtet mich. Es mag mich sowieso niemand.“

So sprach der kleine weiße Baumwollfaden mit sich – Tag für Tag. Er zog sich ganz zurück, hörte sich traurige Musik an und weinte viel.
Er gab sich ganz seinem Selbstmitleid hin.

Eines Tages klopfte seine Nachbarin an der Tür: ein kleines weißes Klümpchen Wachs.
Das Wachsklümpchen wollte sich bei dem Baumwollfaden vorstellen. Als er sah, wie traurig der kleine weiße Baumwollfaden war
und sich den Grund dafür erzählen ließ, sagte es: „Lass dich doch nicht so hängen, du schöner, kleiner, weißer Baumwollfaden.
Mir kommt da so eine Idee: wir beide sollten uns zusammen tun! Für eine Kerze am Weihnachtsbaum bin ich zu wenig Wachs
und du als Docht zu klein, doch für ein Teelicht reicht es allemal. Es ist doch viel besser, ein kleines Licht anzuzünden,
als immer nur über die Dunkelheit zu klagen!“

Da war der kleine weiße Baumwollfaden ganz glücklich und tat sich mit dem kleinen weißen Klümpchen Wachs zusammen und sagte:
„Endlich hat mein Dasein einen Sinn.“ Wer weiß, vielleicht gibt es in der Welt noch viele kleine weiße Baumwollfäden
und viele kleine Wachsklümpchen, die sich zusammentun könnten, um der Welt zu leichten?!

(Autor unbekannt)
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Samstag, 29. Dezember 2012, 01:48

Das rosa Tütchen

Als ich eines Tages traurig durch den Park schlenderte und mich auf einer Parkbank niederließ,
um über alles nachzudenken was in meinem Leben schlief läuft,
setzte sich ein fröhliches Mädchen zu mir.

Sie spürte meine Stimmung und fragte: „Warum bist du so traurig?“
„Ach“, sagte ich „ich habe keine Freude im Leben. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief.
Ich habe kein Glück und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.“

„Hmmm“, meinte das Mädchen, „Wo hast du denn dein rosa Tütchen?
Zeig es mir mal. Ich möchte da mal hineinschauen.“

„Was für ein rosa Tütchen?“ fragte ich sie verwundert. „Ich habe nur ein schwarzes Tütchen.“
Wortlos reichte ich es ihr. Vorsichtig öffnete sie mit ihren zarten kleinen Fingern den Verschluss
und sah in mein schwarzes Tütchen hinein.
Ich bemerkte, wie sie erschrak. „Es ist ja voller Alpträume, voller Unglück und voller schlimmer Erlebnisse!“

„Was soll ich machen? Es ist eben so. Daran kann ich doch nichts ändern.“

„Hier nimm,“ meinte das Mädchen und reichte mir ein rosa Tütchen.
„Sieh hinein!“ Mit etwas zitternden Händen öffnete ich das rosa Tütchen und konnte sehen,
dass es voll war mit Erinnerungen an schöne Monate des Lebens.
Und das, obwohl das Mädchen noch jung an Menschenjahren war.

„Wo ist dein schwarzes Tütchen?“ fragte ich neugierig.
„Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmer mich nicht weiter drum“, sagte sie.
„Für mich ist es wichtig, mein rosa Tütchen im Laufe des Lebens voll zu bekommen.
Da stopfe ich so viel wie möglich hinein. Dann geht es mir sofort besser.“

Noch während ich verwundert über ihre Worte nachdachte, gab sie mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden.

Neben mir auf der Bank lag ein rosa Tütchen. Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein.

Es war fast leer, bis auf einen kleinen zärtlichen Kuss, den ich von einem kleinen Mädchen auf einer Parkbank erhalten hatte.
Bei dem Gedanken daran musste ich schmunzeln und mir wurde warm ums Herz.

Glücklich machte ich mich auf den Heimweg, nicht vergessend, am nächsten Papierkorb mich meines schwarzen Tütchens zu entledigen.

Ich wünsche Dir stets ein volles rosa Tütchen…! (Autor unbekannt)
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Samstag, 29. Dezember 2012, 02:06

Der kleine Prinz

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Samstag, 29. Dezember 2012, 19:58

Vom Maulwurf und der Einsamkeit

Es war ein kleiner Spatz , der auf ihn aufmerksam wurde.

Müde vom Fliegen und Herumtoben rastete er, auf einem dunklen,
feuchten Erdhügel.

Aus diesem ragte ein braune Fellnase heraus, die eigenartige,
schnupfende Geräusche von sich gab.

He Nase.. zu wem gehörst du denn? zwitscherte der Spatz.
Die Nase, zitterte erschrocken und das Schnupfen hörte auf.

Der Vogel, scharrte ein wenig Erde beiseite und entdeckte
einen zusammengekauerten Maulwurf, der ihn aus feuchten
Knopfaugen, misstrauisch anblinzelte.

Na du bist mir vlcht einer, plapperte der Spatz lachend,
sitzt hier halb vergraben in der Erde, anstatt dich im
Gras zu kugeln.

Der Maulwurf schaute noch ein wenig düsterer drein,
Ich kugele mich nie im Gras brummte er unwillig.
Dafür bin ich viel zu traurig.

Der klein Spatz, scharrte noch ein wenig kräftiger, um dieses Wesen,
das ihn noch nicht einmal angelächelt hatte, näher in den Augenschein
zu nehmen.
Was ist denn traurig? dieses Wort hatte er noch nie gehört.

Seltsame Frage, dachte der Maulwurf.... Traurig sein das war doch
in Allem, was er so spürte. Das war dunkel und warm und feucht.
Ja und schwer, schwer war es auch.
So schwer das es ihn immer wieder in die Erde drückte.
Traurig sein heißt, die Augen zu verschließen und sich zu verstecken,
erklärte er zögernd.

Aber dann siehst du doch gar nichts, tschilpte der Spatz aufgeregt.
Keine Sonne, keine Bäume, keine Menschen, keine Tiere
einfach nichts.
Ja und dich, kann dann ja auch niemand sehen.

Mich will und soll ja niemand sehen, sagte der Maulwurf schnell und
korch noch ein wenig tiefer, in sein Erdloch.
Ich habe nichts besonderes an mir, was sich zu sehen lohnt.

Der Spatz lachte auf, sieh nur ich bin grau, klein und unscheinbar.
Trotzdem fühle ich mich, als etwas Besonderes, einfach weil ich einzigartig bin !
Ich kann fliegen, also fliege ich.Nicht sehr elegant aber es macht mir Freude.
Singen kann ich auch nicht wie eine Nachtigall, aber wenn ich fröhlich bin
jubeliere ich trotzdem, und jeder der mag kann an meiner Freude teilhaben.

Der Maulwurf war nachdenklich geworden. Seine Traurigkeit trug er ganz
allein. Tief unter der Erde, in seinem Labyrinth der selbstgebauten Irrrwege.
Oft hatte er sich im Kreis gedreht weil es ja überall gleich, grau und
düster aussah.
Der Maulwurf lies mutlos die Nase hängen, und hatte gar nicht gemerkt,
das der Spatz ihn verlassen hatte.

Aber er kam wieder und hatte etwas im Schnabel.
Er lies es, in die Pfote des Maulwurfs fallen.
Hier sagte er, das ist ein Symbol, was wir alle in uns haben.
Mach was draus.! Dann flog er davon.

Verwirrt schaute der Maulwurf,was in seiner Pfote lag.
Es war ein Korn, ein kleines braunes Samenkorn.
Ratlos, lies er es von einer Pfote,in die andere kullern.
Was hatte der Spatz damit nur sagen wollen.
Er schnupperte daran, aber es half ihm auch nicht weiter.
Dann legte er, das Samenkorn hilflos, in eine kleine Erdmulde
und seufzte abgrundtief.

Der Spatz, hatte es bestimmt gut gemeint mit seiner Botschaft,
aber er war mal wieder unfähig, überhaupt was zu verstehen.
Am liebsten hätte er sich nun wieder, ganz tief in die Erde
gewühlt, aber da war noch das Samenkorn, irgendwie
fühlte er sich verantwortlich, das da so schutzlos lag.
Wartete es auf etwas? Sollte man mit einem Samenkorn
vlcht reden, aber er wusste mal wieder nicht, was er
sagen sollte.

In der langen Zeit des Schweigens, hatten die Einsamkeit und
die Angst, ihr Moos angesetzt und seine Lebendigkeit gefangen
genommen.
Aber da waren n0ch die Tränen, die jetzt unaufhaltsam, aus ihrem
Gefängnis drängten und sie sprachen auch ohne Worte,
vom Schmerz des Maulwurfs.

Und dann geschah es ....

Ganz langsam, öffnete sich das Samenkorn, unter den Tränen
und streckte die kleinen Wurzeln nach dem Maulwurf aus,
wie um ihn zu streicheln und zu trösten.

Gleichzeitig wurden über der Erde Stimmen laut, fröhliche
und lachende Stimmen.

Eine davon, gehörte dem kleinen Spatz, der überschwenglich rief.
Hey Maulwurf, komm aus deiner dunkler Höhle heraus und schau
dir an, was du bewirkt hast !

Der Maulwurf, der vor Schreck das Weinen aufgehört hatte, war ganz still.
Doch die Stimmen gaben keine Ruhe. Und weil sie wirklich sehr freundlich
klangen, schaufelte sich der Maulwurf, zaghaft ans Licht.

Verwirrt blinzelte, er vor der Helligkeit, aber dann sah er, was der Spatz
ihm zeigen wollte.

Eine wunderschöne, leuchtend rote Blume wuchs geradewegs, aus
seinem Erdhügel heraus


Das Samenkorn, seine Tränen, die Wurzeln, der Maulwurf verstand.

Und als er bemerkte, das um ihn noch andere Tiere, rundrum umhertanzten
und ihn bei den Schaufelpfoten fassten, verstand er noch mehr.

Mit seinem Lachen, brökelte die Mauer, der Einsamkeit um ihn.
Seine Worte fanden Platz, zum Atmen und Wachsen

Die Freundschaft und die Anteilnahme der Anderen, webten ein Netz
aus Geborgenheit um ihn, und es wurde ihm warm ums Herz.

Endlich war er wieder glücklich....
Signatur von »rianon« Das Schönste und wichtigste läßt sich nicht mit Worten sagen.
Es ist auf einmal da, ein Blick, ein Lächeln ein Schweigen.
Ein nichts das alles sagt. *girl268*

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Rogald (29. Dezember 2012, 23:25)